Zur Nachbetrachtung des verkaufsoffenen Sonntag am 30.10.2011 in Bottrop erklärt Andreas MERSCH, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Bottrop:
In der Presse, sowie auf der Internetplattform bottblog.de ist zu lesen, dass die Resonanz auf den vergangenen verkaufsoffenen Sonntag mäßig ausgefallen sein soll. So schreibt die WAZ in ihrer Ausgabe vom 31.11. von einem "geruhsamen Bummel ohne Stau" (siehe derwesten.de).
Fest steht, dass sich die Einkaufsgewohnheiten der Menschen in den vergangenen Jahren durch das Internet massiv geändert haben. Viele Versandhandel liefern innerhalb von 24h nach der Bestellung die Waren aus. Eingekauft werden kann dort an sieben Tagen, 24h, in der Woche. Und besonders im (Unterhaltungs-)Elektronikbereich sind die Angebote trotz des Versands oft günstiger, als im Einzelhandel vor Ort. Hinzu kommt das 14-tägige Rückgaberecht, welches oftmals auch ein Grund für den Online-Einkauf darstellt.
Sofern das nicht schon geschehen ist, muss sich der Bottroper Einzelhandel auf diese Entwicklungen einstellen. Damit wir nicht noch mehr Leerstände, oder Billigläden und Spielhallen in der Innenstadt bekommen, müssen Anreize für den Kunden geschaffen werden, sich von der Couch zu erheben und in die Innenstadt zu kommen. Und das Angebot muss trotz der großen Konkurrenz aus Essen oder Oberhausen attraktiv sein. Bottrop kann und wird nicht mit den großen Einkaufscentren mithalten können. Aber das muss es auch nicht, wenn das Angebot stimmt.
Maßnahmen oder Mittel, wie lange Öffnungszeiten und verkaufsoffene Sonntage, sind dazu unausweichlich. Von einer Gesellschaft für Stadtmarketing (GSB) darf man erwarten, dass dafür hinreichend geworben wird. Unsere Nachbarstädte, aber auch entferntere Städte wie Xanten, werben regelmäßig mit gut sichtbaren Zeitungsannoncen oder Plakatwänden. Wenn die GSB nicht einmal das schafft, stattdessen aber die Bürger mit Einkaufstouren in andere Städte schafft, dann ist diese Gesellschaft mehr als Überflüssig.
Wenn am 15. November der Rat der Stadt Bottrop den von Herrn Oberbürgermeister Tischler vorgelegten Grundsatzbeschluss trifft und die Anzahl der verkaufsoffenen Sonntage auf unbestimmte Zeit reduziert, wird die Stadt mit den Konsequenzen und abwandernder Kaufkraft leben müssen. Dann darf im Nachgang aber auch niemand jammern.